Die Odenwälder Landtagsabgeordnete Sandra Funken und die Odenwälder CDU treten der einseitigen Darstellung von Landrat Matiaske und der SPD-Kreisspitze zur Impfsituation im Landkreis mit Fakten entgegen: Die kurzzeitige Verzögerung der Impfzentrenöffnung betrifft die Mehrheit der hessischen Landkreise und ist eine Folge der aktuellen Knappheit des Impfstoffes. Dieses Problem besteht landesweit und betrifft nicht nur den Odenwald.

Die Abgeordnete Funken erklärt hierzu: „Die Hessische Landesregierung und wir als CDU setzen jeden Tag alles daran, mit der Impfung schnellstmöglich in die Fläche und somit in alle Landkreise gehen zu können – dafür brauchen wir aber zunächst die notwendigen Impfdosen vorrätig.“

Funken führt dazu weiter aus: „Wir werden in der ersten Phase die Pflegeheime direkt vor Ort, also natürlich auch im Odenwald, sowie schrittweise die Krankenhäuser mit Impfungen versorgen. Diese Phase hat gestern bereits begonnen. Im zweiten Schritt werden wir sowohl mobile Impf-Teams in die Einrichtungen und Heime entsenden als auch in sechs zentral erreichbaren Impfzentren ein Impfangebot machen. Diese Phase soll so kurz wie möglich gehalten werden und endet sobald wir alle Impfzentren mit ausreichenden Mengen an Impfdosen versorgen können. Der Odenwald bekommt in den ersten Tagen der Phase-1-Belieferung sogar mehr Impfdosen für die Alten- und Pflegeheime zur Verfügung gestellt als Städte wie Darmstadt oder Offenbach. Die Aussage, der Odenwald werde schlechter behandelt, ist somit eine absichtliche Falschbehauptung, die Fakten ignoriert.
Was wir nun am dringendsten brauchen ist das Vertrauen der Menschen und ihre Zuversicht für das kommende Jahr. Mit parteipolitischen Grabenkämpfen verspielen wir dieses Vertrauen unnötig.“

Funken stellt klar: „Wo es notwendig war und ist, müssen wir als Odenwälder die Interessen des ländlichen Raumes klar und mit Nachdruck vertreten. Hier geht es aber nicht um einen Verteilungskampf zwischen Stadt und Land, sondern um nachvollziehbare Anlaufschwierigkeiten einer deutschlandweiten Impfaktion. Wir sind mit dieser Pandemie mitten in einer Jahrhundertkatastrophe, die uns alle gleichermaßen hart trifft. Einen erfolgreichen Weg aus der Krise kann es also nur gemeinsam geben.“

Der CDU-Kreisvorsitzende Kevin Schmauß ergänzt hierzu: „Mit Blick auf eine verunsicherte Bevölkerung galt bisher bei allen demokratischen Parteien, dass wir die Gesundheit und Sicherheit an die erste Stelle setzen und die Corona-Lage nicht zum Wahlkampf benutzen. Zu dieser Haltung wollen wir als CDU zurück, denn sie ist die beste Versicherung für gemeinsame Erfolge für die Menschen in dieser Pandemie.“

Schmauß wird noch deutlicher: „Der Vorschlag des Landrats nach der Inzidenz vorzugehen mag gut klingen, ist in der Praxis aber leider untauglich. Neben dem Odenwaldkreis befinden sich weitere 16 Landkreise und Städte unter den gleichen verschärften Maßnahmen und Ausgangsperren. Die Versorgung dieser hohen Zahl an Risikogebieten kann augenblicklich nicht dezentral erfolgen, weil uns die notwendigen Impfdosen fehlen, um mit Transport und Lagerung in die Fläche zu gehen. Das ist ein landesweites und europäisches Problem, aber keine Diskriminierung unseres Landkreises. Dazu kommt, dass der Odenwald mit einer Inzidenz von knapp über 200 am Sonntag hoffentlich bald nicht mehr zu den am stärksten betroffenen Gebieten zählen wird, wir aber natürlich trotzdem auch hier weiter impfen wollen. Ein Verknüpfen von sich täglich verändernden Inzidenzen und Impfzentren führt also nur zu noch mehr Unsicherheit in der Impfplanung.“

Der Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion Harald Buschmann rät indessen dazu, sich stärker auf die massiv betroffenen Alten- und Pflegeheime im Odenwald zu konzentrieren: „Die durch Corona entstanden Notstände in den Einrichtungen sind vor allem durch erkrankte Pflegerinnen und Pfleger zu erklären. Anstatt mit Pressemitteilungen Schuldzuweisungen zu machen, sollten wir uns ein Beispiel am Landkreis Marburg-Biedenkopf und der Stadt Marburg nehmen. Dort wird gemeinsam unter der Regie der kommunal Verantwortlichen ein Personal-Pool aufgebaut, aus dem im Notfall personelle Unterstützung abgerufen werden kann. Hier sind unsere Kräfte besser investiert als in parteipolitischen Streitigkeiten. Wir müssen vor Ort anpacken und als Kommunalpolitiker diese Probleme lösen.“

Die CDU Odenwald ruft deshalb zu einer gemeinsamen demokratischen Kraftanstrengung in Fragen der Corona-Politik auf, die vor allem den Menschen und nicht den Parteien dient.

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